Neue Geschäftskonzepte dank digitalem Wandel
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Neue Geschäftskonzepte dank digitalem Wandel

Um sich den digitalen Wandel umfassend zunutze machen zu können, müssen vollkommen neue Geschäftskonzepte entwickelt und umgesetzt werden, die sich grundlegend von den traditionellen Methoden unterscheiden. Die Entwicklung eines Geschäftsmodells, das auf der Umsetzung digitaler Trends beruht, kann sich als schwierig erweisen, weil die Möglichkeiten im Voraus nur schwer erfasst werden können, ohne die neue Technologie in der Praxis ausprobiert zu haben.

Ebenso wie die Einzelhändler mit ihren lokalen Ladengeschäften in der Frühzeit des Internets keine Ahnung von der Erstellung einer Internetpräsenz mit Online-Shop hatten, müssen auch die Unternehmen von heute innovative Geschäftsmodelle und -prozesse entwickeln, die modernen digitalen Technologien und Trends hinreichend Rechnung tragen.

Unternehmen wie Amazon und eBay, die im Zeitalter des Internets groß geworden sind, haben diese traditionellen Ladenbesitzer längst verdrängt. Einige Unternehmen haben umgehend reagiert und konnten sich im Wettbewerb behaupten, während andere kläglich scheiterten oder hart zu kämpfen hatten. Heute ist das Internet nicht mehr aus unserem Leben weg zu denken und zu einem festen Bestandteil unseres Alltags geworden.

Mit der Digitalisierung wird es sich ähnlich verhalten. Auch sie wird letztlich eng mit unseren täglichen Abläufen verwoben sein. Der erste Schritt auf dieser Reise besteht darin, die Möglichkeiten auszuloten.

In den folgenden Abschnitten werden einige Szenarien beschrieben, wie Unternehmen den digitalen Wandel in der Praxis vollzogen haben.

Der interaktive Geldautomat von NCR: die Zukunft des Geldabhebens?

Mit dem Interactive Teller Geldautomaten von NCR können Bankinstitute ihren Kunden sowohl Self‐Service-Transaktionen als auch umfassenden Kundendienst in einer Lösung anbieten. Der Geldautomat ist mit einer Videolösung für die Betreuung durch einen Bankmitarbeiter ausgestattet und ermöglicht die Fernabwicklung von Transaktionen. So kann der Kunde am Geldautomat mit einem traditionellen Self-Service-Vorgang beginnen und sich bei Bedarf in einer bidirektionalen Audio-/Videositzung mit einem Mitarbeiter verbinden lassen.

Digitalisierung im Bankwesen

Die zunehmende Digitalisierung im Bankwesen zerstreut nach und nach die traditionelle Vorstellung einer Bankfiliale vor Ort, in der Kunden persönlich am Schalter betreut werden.

Heute spielt der physische Standort von Bankfilialen keine Rolle mehr. Interaktive Geldautomaten erweitern das Konzept ihrer Vorgänger, indem sie Kunden die Möglichkeit bieten, sich bei Bedarf in einer Videositzung von einem Mitarbeiter persönlich beraten zu lassen. Dadurch entfällt die Notwendigkeit, Mitarbeiter am Schalter vor Ort einzusetzen.

Der Kunde kann dann einfach Überweisungen und Kreditkartenzahlungen durchführen sowie Informationen erfragen, indem er seinen Personalausweis scannt. Eine Bankkarte ist nicht mehr erforderlich. Durch diese virtuelle Form des Bankgeschäfts entstehen neue Geschäftsmodelle, die die Bereitstellung ortsunabhängiger Bankdienstleistungen ermöglichen.

Rebecca Minkoff: „Spieglein, Spieglein an meiner digitalen Wand“

Die Modedesignerin Rebecca Minkoff hat einen vollkommen neuen Ansatz für das Kundenerlebnis im Einzelhandel entwickelt und das Einkauferlebnis ihrer Kunden durch den Einsatz moderner Technologie optimiert.

Ihre Läden wurden mit interaktiven Spiegeln ausgestattet, die den Kunden begrüßen und einladen, näher zu treten. Durch Berührung des Spiegels kann der Kunde ein kostenloses Getränk ordern oder sich Kleidervorschläge ansehen. Darüber hinaus kann er das gesamte Inventar durchstöbern und sich weitere Modelle zum Anprobieren aussuchen.

Nachdem der Kunde ein Modell ausgewählt hat, wird es von einem Mitarbeiter in eine Umkleidekabine gebracht, und der Kunde wird mit einer Textnachricht informiert, sobald die Umkleidekabine vorbereitet ist. Während der Anprobe kann der Kunde eine andere Größe oder ein neues Modell anfordern und die Artikel, die er kaufen möchte, in einen virtuellen Einkaufswagen legen.

Anschließend kann er alle Artikel im Einkaufswagen in einer Mobilgeräteanwendung anzeigen, online bezahlen und beim Verlassen des Ladens mitnehmen.

Digitalisierung im Einzelhandel

Der Einzelhandel wird eine der Branchen sein, in der die Auswirkungen des digitalen Wandels am deutlichsten zutage treten werden. Zu den digitalen Technologien, die das Einkaufserlebnis revolutionieren werden, gehört die erweiterte Realität (Augmented Reality, AR), eine computergestützte Erweiterung der Wahrnehmung. Sie verbessert das Konzept des Online-Shoppings, indem Kunden zuhause von einem virtuellen Einkauferlebnis profitieren, das dem in der Filiale nachempfunden ist.

Angesichts der zunehmenden Anzahl von Kunden, die im Internet einkaufen, müssen Unternehmen verstärkt daran arbeiten, ein innovatives digitales Kundenerlebnis zu schaffen, um sich von der Konkurrenz abzuheben, die Zufriedenheit der Kunden zu verbessern und Kunden langfristig an sich zu binden.

Digitalisierung in der Fertigung

Auch die Fertigungsbranche wird im Zuge des digitalen Wandels radikale Veränderungen erfahren. Zukünftig werden Verbraucher mithilfe einer Kombination aus additiven Fertigungstechniken und Verfahren des 3D‐Drucks ihre Wunschprodukte individuell anpassen oder sogar ihre eigenen Produkte designen können.

Bei dieser sogenannten intelligenten Fertigung werden Geräte und Maschinen mittels IoT-Technologien miteinander vernetzt, sodass eine nur noch minimale Einwirkung durch den Menschen erforderlich ist, während zugleich die Effizienz und Produktivität gesteigert wird.

Intelligente Fertigungsmethoden bieten verschiedene Vorteile:

  • Kürzere Vorlaufzeiten
  • Höhere Qualität
  • Weniger Ausschuss
  • Mehr Flexibilität
  • Beträchtliche Kosteneinsparungen

Das 3D-Sofastudio bei John Lewis

John Lewis, eine Kaufhauskette in Großbritannien, setzt Verfahren des 3D-Drucks ein, um das Erlebnis ihrer Kunden in ihren Häusern zu verbessern. Das Unternehmen hat den 3D-Druck mit RFID‐Technologie kombiniert, um Kunden die Auswahl des neuen Sofas zu erleichtern.

In einem interaktiven „Sofastudio“ kann der Kunde sein Wunschmodell aus einer Reihe von im 3D‐Druckverfahren hergestellten Modellen auswählen und einen genauen Eindruck erhalten, wie das Möbelstück tatsächlich aussieht. Anschließend wird das Sofa auf einen „intelligenten Präsentationstisch“ gestellt. Dabei wird die zugehörige RFID-Kennzeichnung gescannt und das Möbelstück auf einem Computerbildschirm angezeigt.

Auf die gleiche Weise können Stoffmuster neben den Präsentationstisch gelegt werden, um das Endprodukt auf dem Computerbildschirm realitätsgetreu abzubilden. Der Kunde kann verschiedene Stoffe auswählen, mit denen das Möbelstück dann in Echtzeit auf dem Bildschirm angezeigt wird.

 

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